Seine Göttliche Gnade A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda, der Gründer-Ācārya der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, wurde 1896 in Kalkutta, Indien, als Abhay Charan De in eine Vaiṣṇava-Familie geboren. Schon von frühester Kindheit an wurde er in einer Lebensweise der Hingabe erzogen und lernte, alles in Beziehung zum Höchsten Herrn zu sehen. Er traf seinen spirituellen Meister, Śrīla Bhaktisiddhānta Sarasvatī Ṭhākura, erstmals im Jahr 1922 und wurde elf Jahre später dessen eingeweihter Schüler. Dabei erhielt er den neuen Namen Abhay Charanaravinda. Schon bei ihrer ersten Begegnung im Jahr 1922 hatte Śrīla Bhaktisiddhānta Abhay Charan gebeten, vedisches Wissen in englischer Sprache zu verbreiten. In den folgenden Jahren schrieb sein Schüler einen englischen Kommentar zur Bhagavad-gītā und gründete 1944 – völlig eigenständig – die zweiwöchentlich erscheinende Zeitschrift Back to Godhead. In Anerkennung seines philosophischen Verständnisses und seiner Hingabe verlieh ihm die Gauḍīya-Vaiṣṇava-Gemeinde 1947 den Titel „Bhaktivedānta”. Im Jahr 1950, im Alter von 54 Jahren, zog sich A. C. Bhaktivedānta aus dem Familienleben zurück, und vier Jahre später trat er in den Lebensstand vānaprastha ein und zog sich mehr und mehr aus dem weltlichen Leben zurück, um sich ganz dem Studium und dem Schreiben zu widmen.
Innenschau
Er reiste in das heilige Dorf Vṛndāvana, wo er unter sehr einfachen Umständen im mittelalterlichen Tempel von Rādhā-Dāmodara lebte. Dort widmete er sich mehrere Jahre lang intensiv dem Studium und dem Schreiben. 1959 trat er in den Lebensstand sannyāsa ein und erhielt den Titel „Swami”. Im Tempel von Rādhā-Dāmodara begann A. C. Bhaktivedānta Swami mit der Arbeit an seinem Lebenswerk: einer mehrbändigen Übersetzung und Kommentierung des Śrīmad-Bhāgavatam (Bhāgavata Purāṇa) mit seinen 18.000 Versen in zwölf Cantos. Nachdem er den Ersten Canto in drei Bänden veröffentlicht hatte, kam er 1965 in die Vereinigten Staaten, um die Mission seines spirituellen Meisters zu erfüllen. Nach beinahe einem Jahr großer Entbehrungen gründete er im Juli 1966 in New York die Internationale Gesellschaft für KrishnaBewusstsein (ISKCON). Unter seiner sorgfältigen Führung wuchs die Gesellschaft innerhalb eines Jahrzehnts zu einer weltweiten Konföderation mit nahezu einhundert Ashrams, Schulen, Tempeln, Instituten und landwirtschaftlichen Gemeinschaften heran. Śrīla Prabhupāda konzipierte auch den Bau eines großen internationalen Zentrums in Māyāpur, Westbengalen, Indien, das zugleich der Standort des „Tempels des vedischen Planetariums” werden sollte. Ein ähnliches Projekt ist der prächtige KṛṣṇaBalarāma-Tempel mit internationalem Gästehaus in Vṛndāvana, Indien. Diese Zentren bieten insbesondere westlichen Besuchern die Möglichkeit, vedische Kultur aus erster Hand zu erfahren. Prabhupādas bedeutendster Beitrag jedoch sind seine Bücher. Sie genießen in der akademischen Welt hohes Ansehen aufgrund ihrer Autorität, Tiefe und Klarheit und werden an zahlreichen Universitäten als Standardlehrwerke verwendet. Seine Schriften wurden in über achtzig Sprachen übersetzt. Der Bhaktivedanta Book Trust, der 1972 gegründet wurde, um die Werke Seiner Göttlichen Gnade zu veröffentlichen, ist inzwischen der weltweit größte Verlag für Bücher im Bereich indischer Religion und Philosophie. In den letzten zehn Jahren seines Lebens (1967–1977) reiste Prabhupāda trotz seines fortgeschrittenen Alters zwölfmal um die Welt und hielt Vorträge auf sechs Kontinenten. Trotz dieses intensiven Reiseprogramms übersetzte und kommentierte er weiterhin unermüdlich die vedischen Schriften. Die Bücher Śrīla A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupādas stellen eine wahre Bibliothek vedischer Philosophie, Religion, Literatur und Kultur dar.