EINE ZEIT DES WACHSTUMS

achdem Sucandra 1971 erfolgreich ein Predigtzentrum in München eröffnet hatte, versuchten auch einige der anderen erfahrenen Gottgeweihten, Tempel zu gründen. Innerhalb weniger Monate entstanden Predigtzentren in Heidelberg, Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf. Ein Jahr zuvor hatte Prabhupāda den GBC (Governing Body Commission) gegründet, um ihm bei der Leitung seiner beständig wachsenden Bewegung zu helfen. Da jedoch die ersten GBC-Sekretäre jahrelang als Tempelpräsidenten tätig gewesen waren, neigten sie dazu, sich weiterhin in die Einzelheiten der Tempelleitung einzumischen und die Initiativen der neuen Präsidenten zu beaufsichtigen. In einem Brief an Hansadutta stellte Prabhupāda klar, welche Aufgaben er für seine GBCSekretäre vorgesehen hatte: Als GBC musst du dafür sorgen, dass in allen Tempeln die höchsten Standards der täglichen Praxis aufrechterhalten werden und dass Chanten, frühes Aufstehen, Sauberkeit und alle anderen Aspekte unsere reguläre Tagesordnung nicht vernachlässigt werden. Das ist unsere wichtigste Aufgabe. N

Die GBC-Sekretäre sollten nicht allzu viel Anordnungen geben, sondern vielmehr beaufsichtigen und darauf achten, dass die Standards eingehalten werden. Die einzelnen Präsidenten sollten mehr Verantwortung in der Tempelleitung übernehmen, mehr Eigenständigkeit haben, und du kannst überwachen und, wenn ein Problem festgestellt wird, Vorschläge machen, wie es behoben werden kann. Aber wenn wir die individuelle Initiative verlieren und nur mechanisch handeln, was ist dann der Sinn der ganzen Sache? Eigentlich war Krishnadas offiziell immer noch der GBC für Deutschland, während Hansadutta für die Mittelmeerländer und den Nahen Osten zuständig war, obwohl er dort noch nie gewesen war. Doch Krishnadas war unsicher geworden und hatte Hamburg vorübergehend verlassen. In seiner Abwesenheit übernahm Hansadutta die gesamte praktische Arbeit, stand an der Spitze der Predigt in Deutschland und erzielte greifbare Ergebnisse. Krishnadas hatte Deutschland aus Frustration verlassen. Von Natur aus schüchtern und nachgiebig, fiel es ihm schwer, mit der dominanten Persönlichkeit Hansaduttas zurechtzukommen. Doch als Prabhupāda erfuhr, dass er nach Hamburg zurückgekehrt war, ermutigte er ihn, noch einmal zu versuchen, mit seinem Gottbruder zusammenzuarbeiten: Ich bin sehr froh, dass du wieder in Deutschland bist und dass dort alles gut vorangeht. Bleibe bitte für einige Zeit in Hamburg und arbeite mit Hansadutta zusammen. Macht den Tempel stark; danach könnt ihr beide wieder zu euren früheren Posten zurückkehren. Hansadutta kann in seine Zone der Mittelmeerländer und des Nahen Ostens gehen, und du und deine Frau, ihr könnt den Hamburger Tempel weiter leiten. Mataji Himavati kann deine Frau oder einen anderen Geweihten darin schulen, wie man die murtis verehrt. Ihr solltet also vorerst in Hamburg bleiben. Hansadutta und du, ihr habt genug Erfahrung; also arbeitet zusammen, um die Deutschland-Zone sehr stark zu machen. Doch Krishnadas kam bald zu dem Schluss, dass es zu schwierig war, mit Hansadutta zusammenzuarbeiten. Anfang Februar 1972 verließ er Hamburg wieder und ging nach Schweden. Obwohl er ohne Rücksprache mit seinem spirituellen Meister gehandelt hatte, versuchte dieser, ihn zu ermutigen, indem er ihm einen anerkennenden Brief schickte:

Eine Zeit des Wachstums

Es freut mich, dass du versuchst, in Schweden etwas auf die Beine zu stellen. Ich habe gehört, dass dort ein sehr gutes Feld ist. Deshalb habe ich Hansadutta informiert, dass du dort bleiben und daran arbeiten kannst, einen Tempel zu eröffnen, wenn es eine gute Resonanz gibt. Und was Geld und Bücher betrifft, so habe ich Karandhara über die Situation informiert, und er wird dir etwas Geld sowie einen ausreichenden Vorrat an Literatur schicken, damit du sofort einen Ort für einen Tempel mieten kannst. Ohne Bücher und Zeitschriften hat unsere Predigtarbeit keine autorisierte Grundlage; daher müssen immer Bücher vorhanden sein. Entwickle also die schwedische Niederlassung nach besten Kräften; es ist Krishnas Gnade, dass du dort bist, und so wie du praktisch den Hamburger Tempel entwickelt hast, wirst du zusätzliches Verdienst dafür erhalten, einen Tempel in Schweden zu eröffnen. […] Ich denke, wenn du so weitermachst und deine ganze Zeit damit verbringst, zu predigen und andere dazu zu bringen, dir zuzuhören und selbst im Dienst Krishnas tätig zu werden, dann wird dich das von allen Zweifeln und leidvollen Zuständen heilen. […] Ich bin mir wohl bewusst, dass Hansadutta manchmal sehr starrsinnig sein kann, aber er versucht ebenfalls sein Bestes. Warum lassen wir ihn also nicht in Hamburg weitermachen, und du übernimmst die Verantwortung für die Eröffnung von Tempeln in den nordischen Ländern wie Schweden; das würde ich sehr schätzen. Wenn du weitere Hilfe benötigst, dann informiere mich einfach, und ich werde das Nötige veranlassen – mache dir keine Sorgen. Hansadutta erhöhte die Auflage von Zurück zur Gottheit auf 50.000 Exemplare. Für Prabhupāda war der Schlüssel zum Erfolg in jeder Predigtarbeit die Verbreitung transzendentalen Wissens, und er war daher sehr erfreut, als er hörte, dass Hansadutta sein Bestes tat, diesen Wunsch zu erfüllen. Phalena paricīyate: Er beurteilte eine Sache nach ihrem Ergebnis. Neue Geweihte kamen hinzu, und neue Tempel wurden eröffnet. Für Prabhupāda zeigte Hansaduttas Erfolg, dass er der richtige Mann war, um die Mission Śrī Caitanyas in Deutschland zu verbreiten: Ich freue mich sehr, von Mandalibhadra zu hören, dass so viele BTGs in deutscher Sprache von dir gedruckt und verteilt werden und dass du auch viele neue Predigtzentren in Deutschland eröffnet hast. Du bist die richtige Person, um die Predigtarbeit in Deutschland zu leiten. Krishna wird dir die nötige Kraft geben, und ich bin sicher, dass du erfolgreich sein wirst. Dein deutsches

Blut, injiziert mit der Droge des Krishna-Bewusstseins, wird dem deutschen Volk von großem Nutzen sein. Ich denke daher, dass du weiterhin die Verantwortung für die deutschsprachigen Tempel in Europa übernehmen solltest. Krishnadas kann die Verantwortung für die skandinavische Zone übernehmen, um Schweden und andere Orte im hohen Norden zu entwickeln. Entwickle nun Deutschland so gut wie möglich, und mache die ganze Nation zu Gottgeweihten – das ist deine Aufgabe. Später werden wir weitersehen, aber ich habe vor, andere qualifizierte Männer als GBC-Mitglieder einzusetzen, um den Mittelmeerraum, den Nahen Osten und die afrikanischen Länder zu betreuen, da auch diese Gebiete entwickelt werden müssen. Doch du wirst in Deutschland so sehr gebraucht und bist so wichtig dort; tatsächlich ist Deutschland das fortschrittlichste Land Europas, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass du nicht dort bist. Prabhupāda überschüttete Hansadutta mit seinem Segen, obwohl er sich der drängenden und ehrgeizigen Natur seines Schülers, die häufig zu Spannungen mit seinen Gottbrüdern führte, bewusst war. Am selben Tag, an dem er an Hansadutta schrieb, schrieb er auch an Maṇḍalibhadra. Prabhupāda betonte erneut, wie wichtig es war, die Vaiṣṇava-Philosophie der deutschen Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Es scheint, dass wir in Deutschland sehr gute Aussichten haben, und ich freue mich zu hören, dass Hansadutta mehr Tempel eröffnet und dass alle unsere Programme immer besser werden. Das ist sein Erfolg und auch dein Erfolg. Tatsächlich kann jeder auf der Welt diese Bewegung sehr leicht annehmen. Ich bin der Überzeugung, dass die Menschen auf der ganzen Welt im Kern gut und unschuldig sind, doch durch schlechte Führer irregeleitet und verdorben wurden. Wenn ihr alles gut organisiert, werden die Amerikaner und Europäer der Zukunft sehr gute Eigenschaften aufweisen – das ist meine Meinung. […] Wie ich dir bereits gesagt habe, bist du als Chefredakteur des deutschsprachigen BTGs für alles verantwortlich: die Artikel, die Übersetzung, die Themenwahl und den Inhalt. Ich habe in dieser Hinsicht volles Vertrauen in dich; mache deine Sache also gut. Wenn du mit der Bhagavad-gita fertig bist, dann werden wir sehen, welches Buch als Nächstes übersetzt werden soll. Aber ich denke, die Deutschen sind sehr philosophisch veranlagt, und sie werden die höhere Philosophie unseres Buches Die Lehren Śrī Caitanyas oder die Wissenschaft des Buches Der Nektar der Hingabe zu schätzen wissen. Das

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können wir später entscheiden – beende zuerst die vorliegende Arbeit. Wenn diese vier Bücher – Krischna, Die Lehren Śrī Caitanyas, Der Nektar der Hingabe und Bhagavad-gita – ins Deutsche übersetzt und weit verbreitet werden, sind sie allein ausreichend, um jedem die gesamte Philosophie des Krischna-Bewusstseins zu vermitteln. Versuche also, alle zu drucken – warum nur ein oder zwei Bücher? Aber auch Maṇḍalibhadra fühlte sich zunehmend unwohl. Anfangs hatte er noch Hansaduttas Fähigkeit geschätzt, Dinge auf den Weg zu bringen und andere zu inspirieren, doch Hansaduttas ungezwungene und mitunter exzentrische Persönlichkeit stand im krassen Gegensatz zu Maṇḍalibhadras eher konservativem und strukturiertem Charakter. Mit der Zeit nahm Maṇḍalibhadra immer weniger am Tempelprogramm teil, worunter schließlich auch seine Übersetzungsarbeit litt. Gelegentlich kam er noch zur abendlichen ārati vorbei. Da er eine Familie zu versorgen hatte, ging er einer geregelten Arbeit nach, und die Gottgeweihten verbargen ihre Kritik nicht daran, dass er oft Straßenkleidung trug und „Wasser-Tīlaka“ auflegte, das auf der Stirn unsichtbar blieb. Doch abgesehen von Meinungsverschiedenheiten mit Hansadutta bezüglich der Leitung des Tempels, hatte Maṇḍalibhadra tiefere Bedenken. Seine Frau war von Vāmana Dāsa eingeweiht worden, einem Schüler von Prabhupādas Gottbruder Sadānanda Swami, und Maṇḍalibhadra war mit den Anschauungen der Gauḍīya Maṭh in Berührung gekommen, die in mancher Hinsicht mit Prabhupādas Predigergeist nicht übereinstimmten. So kam es nicht überraschend, dass sich Maṇḍalibhadra allmählich immer weiter zurückzog, bis er schließlich dem Tempel ganz fernblieb. Hansadutta störte das nicht. Im Grunde war er sogar erleichtert. Es war anstrengend gewesen, mit Maṇḍalibhadra auszukommen; als Gleichgestellter ließ er sich nicht einfach herumkommandieren. Und Hansadutta war vollständig auf Maṇḍalibhadras Übersetzungen angewiesen. In Gesprächen hatte Hansadutta Prabhupāda bereits auf den Übergang vorbereitet. Er hatte angedeutet, dass die Buchproduktion ins Stocken geraten war, weil Maṇḍalibhadra als letzte Instanz alle Übersetzungen überprüfen musste, und dies war zunehmend zu einem Engpass geworden. Als

Prabhupāda davon hörte, entzog er Maṇḍalibhadra diese Autorität und gab Hansadutta freie Hand bei der Veröffentlichung seiner Bücher.

BHAKTI GAURAVANI GOSWAMI: Ich hatte Maṇḍalibhadra ein paar Mal getroffen, jedoch nur kurz, und es kam nie zu einer Zusammenarbeit. Als ich im Juni 1972 schließlich in den Tempel zog, um die Übersetzungsarbeit in Vollzeit aufzunehmen, hatte er seine Verbindung zu ISKCON aufgegeben. Die gewaltige Aufgabe, die vor uns lag, war die Übersetzung der Bhagavadgītā As It Is. Die ungekürzte Ausgabe war auf Englisch noch nicht gedruckt worden, doch Hansadutta hatte ein Exemplar der Korrekturabzüge erhalten und war entschlossen, dieses wichtigste Standardwerk so bald wie möglich auf Deutsch zu veröffentlichen. Als Neuling fühlte ich mich nicht qualifiziert, die „Bibel“ der Bewegung für Kṛṣṇa-Bewusstsein allein zu übersetzen. Śacīnandana liebte Prabhupādas Bücher. Schon nach nur einem Jahr im Tempel galt er als in der Philosophie sehr bewandert und nutzte jede freie Minute zum Studium. Er wollte übersetzen, doch seinem Deutsch fehlte es an Feinheiten, daher bildeten wir ein Übersetzerteam. Später schloss sich uns Pṛthu, ein weiterer Abiturient, an und unterzog das Manuskript einer abschließenden Durchsicht.

PṚTHU DĀSA: Der Tod meines jüngeren Bruders im Alter von sieben Jahren spielte eine entscheidende Rolle in meiner spirituellen Entwicklung. Er starb an Krebs, und ich fragte unseren Priester: „Wie ist das möglich? Denn in der Bibel steht doch, dass jeder erntet, was er sät.“ Doch der Priester hatte keine Antwort. Ich drängte ihn weiter: „Es wird doch klar gesagt, dass man erntet, was man sät. Was hat mein kleiner Bruder also gesät, dass er innerhalb von sieben Jahren unter Qualen an einem bösartigen Hirntumor sterben muss?“ Er wurde mehrmals in einer Universitätsklinik operiert, doch alle Bemühungen waren vergeblich. Als ich keine Antwort erhielt, wandte ich mich dem Atheismus zu. Ich dachte: „Wenn es keine Gerechtigkeit gibt, gibt es auch keinen Gott.“ Ich sympathisierte mit Ernest Hemingways Sicht des Daseins als „eine Reise von nirgendwo nach nirgendwo, immer und ewig ins Nirgendwo“. Das war im Jahr 1960.

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Mitte der 60er-Jahre las ich Hermann Hesses Siddhartha, und mir wurde klar, dass die eigentliche Bedeutung von „jeder erntet, was er sät“ darin besteht, dass wir die Früchte unserer Handlungen aus früheren Leben ernten. Als ich das Buch aus der Hand legte, war ich vom Gesetz des karma und der Wiedergeburt überzeugt. So wie in der physischen Welt jede Handlung eine entsprechende Reaktion hervorruft, so erntet der Mensch im Laufe der Zeit – oft über mehrere Leben hinweg – die Früchte seiner Taten, sei es Glück oder Leid. Das ergab Sinn. Und es beantwortete die uralte Frage Hiobs: „Warum geht es den Gottlosen gut, während die Gerechten leiden?“ Mir wurde klar, dass mein Bruder nicht grundlos unter einem grausamen Schicksal gelitten hatte, das blind Freude und Leid verteilt. Das Schicksal ist weder blind noch willkürlich. Das Gesetz des karma, verbunden mit der Vorstellung der Wiedergeburt, gab dem Glück und Leid in der Welt einen Sinn, wobei der Tod das Ende eines Kapitels, aber nicht das Ende der Geschichte ist. Ich fühlte mich immer mehr den östlichen Philosophien zugeneigt und begann, Bücher über tibetischen Mystizismus, Buddhismus und Zen zu lesen. 1968 schrieb ich mich an der Universität Bonn ein, um Vergleichende Religionswissenschaft zu studieren. Wir lasen verschiedene Schriften, darunter die Bhagavad-gītā, und ich erkannte, dass der Osten, insbesondere Indien, alle Antworten bereithielt. Ex oriente lux – das Licht kommt aus dem Osten. Doch dann ließ ich mich von der Studentenrevolution ablenken, schloss mich einer politischen Kommune in Berlin an und trat dem SDS, dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund, bei. Der nächste Schritt zur Erweiterung meines Bewusstseins bestand darin, psychedelische Drogen zu nehmen, denn ich erkannte, dass die äußeren Umstände, die das Bewusstsein beeinflussen, nicht alles sind, wie die Marxisten dachten, sondern dass es auch eine innere Dimension gibt. Nach einiger Zeit jedoch verblassten die Hoffnungen auf eine neue Generation „schöner friedliebender Menschen“, und die Gegenkultur nahm hässliche Züge an. Trotz all des Geredes hatten sich die Menschen kein bisschen verändert. Das Paradies war so fern wie eh und je. Tatsächlich waren unsere Köpfe leergebrannt, denn je höher wir flogen, desto tiefer fielen wir.

Nachdem ich alles gesehen und alles getan hatte, kam ich schließlich zu dem Schluss, dass ich zwischen Glaube und Selbstmord wählen musste. Ich war überzeugt, dass es keinen Sinn hatte, ohne ein spirituelles Ziel zu leben. Während meiner Studentenzeit hatte ich 1968 eine Schallplatte der Fugs gehört, auf der sie den Hare Kṛṣṇa mantra sangen. Ich hörte mir das Lied „Hare Krishna“ immer wieder an. Dann gab es noch ein Album von Quintessence, das ebenfalls den mahā-mantra enthielt und das Lied „Jesus, Buddha, Moses, Gauranga“ beinhaltete. Auf der Rückseite war ein bunt zusammengewürfelter Altar mit Bildern von Buddha, Shiva, Ramakrishna und anderen spirituellen Persönlichkeiten abgebildet. Also richtete ich mir einen ähnlichen Altar ein, auf dem ich Räucherstäbchen verbrannte und vor dem ich mich verbeugte. Und über meinem Bett hing ein riesiges Poster von Rādhā und Kṛṣṇa, das ich in einem Headshop in Frankfurt gekauft hatte. Irgendwelche indischen Götter, dachte ich. Das war im Sommer 1970. Während Wochen und Monate vorbeizogen, fragte ich mich, wie ich meine Erkenntnisse vertiefen könnte, mit welcher Gruppe von Menschen ich zusammenleben müsste, um gemeinsam ein spirituelles Leben zu führen. Ich begann früh morgens aufzustehen, gab alle Drogen auf, wurde Vegetarier, stand auf dem Kopf und übte prāṇāyāma. Doch vor allem wartete ich auf ein Zeichen vom Himmel, eine Art „Schrift an der Wand“, die mir den Weg zur Vollkommenheit zeigen würde. Ende Dezember 1971 vertraute mir ein Freund an, dass er Selbstmordgedanken habe. Ich redete mit ihm stundenlang, und dann kam mir die Idee, Räucherstäbchen anzuzünden und Gitarre zu spielen. Der Hare Kṛṣṇa mantra kam mir in den Sinn, und schließlich sangen wir den ganzen Abend lang diesen mantra. Natürlich hatten wir keine Ahnung, was wir taten, aber es war eine seltsam ekstatische Erfahrung, und mein Freund begann, tief in sich ein ihm bisher unbekanntes Glück zu spüren. Ihm wurde klar, dass es nur seine eigenen Gedanken waren, die ihn in den Wahnsinn trieben. Wir kamen zu dem Schluss, dass er einfach aufhören sollte, die Himmel und Höllen seines autobiografischen Dramas zu beobachten, dass er den Film wegwerfen und positiver werden sollte. Das half zunächst. Am nächsten Tag traf ich ihn wieder, und als ich ihn aus der Ferne auf mich zukommen sah, wusste ich, dass dies ein entscheidender Moment in meinem

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Leben war. Ich ging direkt auf ihn zu und sagte: „Was immer du hast, bitte gib es mir. Ich habe so lange darauf gewartet.“ Er sah mich seltsam an und sagte: „Ich habe dieses Buch für dich.“ Und er zog eine Īśopaniṣad aus der Tasche. Es war ein magischer Zufall. Seine Eltern hatten das Buch auf der Straße in Hamburg gekauft und ihm gegeben, weil sie wussten, dass er sich für spirituelle Themen interessierte, und nun gab er es mir, weil er dankbar war, dass ich ihn vom Selbstmord abgebracht hatte. Am selben Abend hatte ich einen Zug nach Paris gebucht, wo meine ältere Schwester lebte, und während der Fahrt las ich die Īśopaniṣad von der ersten bis zur letzten Seite. Mir wurde klar, dass diese alte Schrift die Antwort auf alles enthielt, worüber ich nachgedacht und was ich gelesen hatte. Sie brachte alles in einen klaren Zusammenhang. Alles, worüber ich gegrübelt und mich gewundert hatte, war hier in vollkommener Weise ausgedrückt. Ich kam zum Ende des Buches und klappte es zu. Es war vier Uhr morgens, der 28. Dezember 1971. Der Zug näherte sich Paris. Ich wusste, dass ich am Ende einer langen Reise angekommen war. Ich stellte meine Sachen bei meiner Schwester ab und ging ins Quartier Latin, das Stadtviertel, in dem sich Studenten und Hippies trafen. Als ich nach den Hare-Kṛṣṇas fragte, wurde ich zu einem Laden geschickt, dessen Besitzer die Gottgeweihten kannte. Im Schaufenster lag ein Kṛṣṇa-Buch, und zwar so aufgeschlagen, dass man Vorderund Rückseite sehen konnte. Und dort sah ich wieder ein Bild des Mannes, von dem ich in der Īśopaniṣad gelesen hatte – Prabuddha, so dachte ich, sei sein Name. Als ich das strahlend lächelnde Gesicht von Prabuddha sah, dachte ich: „Das ist der Mann, den ich treffen muss. Ich muss mehr über ihn erfahren.“ Ich bekam die Adresse des Tempels und nahm die Metro nach Fontenayaux-Roses, einem Vorort im Süden von Paris, wo die Gottgeweihten ein kleines Haus gemietet hatten. Als ich ankam, stand Hari-vilāsa Prabhu am Eingang. Es duftete nach Räucherstäbchen und prasādam, und die ganze Atmosphäre war fremd und exotisch. Ich ging auf ihn zu, gerade als die Gottgeweihten sich darauf vorbereiteten, zum saṅkīrtana aufzubrechen, und sagte: „Ich möchte mitkommen.“ Er antwortete: „Nun, das lässt sich machen. In der Zwischenzeit probiere eine von diesen“, und er zog eine weiße süße

Kugel aus seiner Tasche. Ich steckte sie mir in den Mund. Er fragte mich: „Wie schmeckt‘s?“ Ich sagte: „Einfach wunderbar!“ „Genauso heißt die Kugel – Simply Wonderful“, sagte er und lächelte. Also ging ich mit den Gottgeweihten zum saṅkīrtana. Ich lief hinter ihnen her, und mit meinen langen Haaren und meinem Bart sah ich aus wie Jesus, der einen Gong schlug. Als wir am Abend zurückkamen, hatte Maṇḍākinī Dāsī ein köstliches Festmahl zubereitet. Danach hielt Hari-vilāsa einen Vortrag, dessen philosophische Tiefe mich in Erstaunen versetzte. Anschließend ging ich zu ihm und sagte: „Ich möchte sofort beitreten.“ „Bist du sicher?“, fragte er. „Hör zu, das ist es, wonach ich gesucht habe.“ „Warum gehst du dann nicht nach Hamburg? Du bist Deutscher, also wird es dort wahrscheinlich besser für dich sein.“ „Gut“, sagte ich, und fuhr zurück in die Stadt. Am Abend setzte ich mich wieder in den Zug und fuhr über Nacht nach Hamburg, wo ich am 1. Januar 1972 ankam. Als ich die Treppe zum Tempel in der Bartelsstraße hinaufstieg, wurde ich wieder von exotischen Düften empfangen, und die erste Person, die mir die Tür öffnete, war Hansadutta. Ich brauchte nicht viel Überzeugung, also sammelte ich nach zehn Minuten meine Haare zusammen und fragte: „Und was ist damit?“ Während er mir den Kopf rasierte, erklärte er mir, dass ich Hare Kṛṣṇa chanten müsse. Jemand gab mir eine Japa-Mālā, und ich begann zu chanten: Hare Kṛṣṇa, Hare Kṛṣṇa. Nach einer Runde sagte ich: „Gut, ich bin fertig.“ „Nein“, erwiderte er, „wir chanten jeden Tag sechzehn Runden.“ Ich sah ihn entgeistert an: „Sechzehn? Mein Gott!“ *** Im Mai 1972 ging Śivānanda nach Heidelberg, um dort einen Tempel zu eröffnen. Kurz darauf schloss sich ihm Pṛthu an, der es kaum erwarten konnte, in Deutschlands berühmtester Universitätsstadt zu predigen. Da es nicht leicht war, einen geeigneten Ort für einen Tempel zu finden, wohnte Śivānanda vorübergehend im Tischtennisraum des Studentenwerks der Universität Heidelberg. Die große Halle mit den Tischtennisplatten hatte

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vorne eine Bühne, und Śivānanda hatte sich hinter dem Bühnenvorhang eingerichtet.

PṚTHU DĀSA: Als ich dort ankam, begrüßte mich Śivānanda mit einem breiten Lächeln und sagte: „Willkommen im Hare-Kṛṣṇa-Tempel.“ Es war furchtbar. Jeden Abend füllte sich die Halle mit Studenten, die stundenlang Tischtennis spielten. Nach einiger Zeit trafen wir ein Hippie-Paar, das im Tempel von San Francisco prasādam probiert hatte, und sie luden uns ein, bei ihnen zu wohnen. Von ihrer Wohnung nahe der Hauptstraße aus gingen wir jeden Nachmittag zum saṅkīrtana. Ich stand auf einer Straßenseite, chantete den mahā-mantra und oṁ pūrṇam adaḥ pūrṇam idam, während Śivānanda auf der anderen Seite stand und Zurück zur Gottheit verteilte. Manchmal wurde ich von einer großen Menschenmenge umringt, denn der Anblick von HareKṛṣṇa-Geweihten war damals in Deutschland noch etwas Ungewöhnliches. Oft geriet ich in heftige Diskussionen mit Christen. Eines Tages meinte Śivānanda, es sei an der Zeit, mich für die Einweihung vorzuschlagen, und so schickte er ein Empfehlungsschreiben an Śrīla Prabhupāda. Ein paar Wochen später kam die Antwort: Mein lieber Sohn (Prithu Das) Bitte nimm meinen Segen entgegen. Auf Empfehlung von Sivananda bin ich gerne bereit, dich als meinen ordnungsgemäß eingeweihten Schüler anzunehmen. Auf deiner Gebetskette habe ich gechantet, und sie wird dir per separater Post zugeschickt. Ich habe dir den spirituellen Namen Prithu dasa Brahmacari gegeben. König Prithu war ein idealer Herrscher. Daher solltest du ebenfalls das Beispiel eines idealen Menschen geben und dieses Ideal unter allen Bürgern deines Landes verbreiten. Ich habe gehört, dass du ein sehr aufrichtiger Junge und ein sehr geeigneter Kandidat bist, um nach Hause, zu Gott, zurückzukehren. Und der Vorgang ist einfach: Befolge die regulativen Prinzipien, chante täglich mindestens 16 Runden auf deiner Gebetskette, lies unsere Literatur, gehe zum StraßenSankirtana usw. Auf diese Weise beschäftige dich 24 Stunden am Tag im Dienst Krishnas; dann wirst du in diesem Leben glücklich sein und am Ende das höchste Ziel erreichen.

Ich hoffe, dieser Brief trifft dich bei guter Gesundheit an. Dein stets wohlwollender A. C. Bhaktivedanta Swami Eines Tages sah ich eine Zeitungsanzeige, in der ein kleines Haus mit Garten angeboten wurde. Die Miete betrug nur 400 DM, und der Besitzer bat um ein Vorstellungsgespräch. Am Nachmittag gingen wir dorthin. Mindestens vierzig Leute hatten sich versammelt, und einer nach dem anderen ging in ein Zimmer, um mit dem Besitzer zu sprechen. Anwälte, Immobilienmakler, Studenten und Hausfrauen waren gekommen, und wir Kṛṣṇa-Bhaktas sorgten für einiges Gemurmel und Gekicher. Als wir an der Reihe waren, erklärte Śivānanda dem Besitzer die Grundkonzepte des Kṛṣṇa-Bewusstseins, und ich fügte hinzu, dass wir das Haus nutzen wollten, um den Menschen spirituelles Leben nahezubringen, und dass wir es, wenn er es uns vermieten würde, in ein Studienzentrum umwandeln würden. Schließlich mussten sich alle im Flur versammeln und warten. Dann öffnete sich die Tür, und der Vertreter des Besitzers trat heraus, um die Entscheidung bekannt zu geben. Er räusperte sich nervös und verkündete, dass das Haus an die Hare-Kṛṣṇa-Gruppe vermietet werden würde. Natürlich sorgte das für einiges Aufsehen. In wenigen Tagen gestalteten wir das Haus in einen schönen kleinen Tempel um. Die Stimmung war lebendig, denn täglich luden wir Studenten ein, uns abends zu besuchen, und tatsächlich kamen viele. Auf diese Weise entwickelte sich unser Predigen immer mehr, und ehe wir uns versahen, begann sich das Haus mit neuen Gottgeweihten zu füllen. Dann besuchte uns Hansadutta und erkannte, dass bei uns viel mehr los war als im Hamburger Tempel, und so verlegte er seinen Hauptsitz nach Heidelberg. Er saß gewöhnlich in der Eingangshalle und predigte von morgens bis abends. Ich brachte jeden Tag neue Leute zum Tempel, und er predigte einfach ununterbrochen. Wir fühlten uns alle wie im Himmel.

KṚṢṆA-KṢETRA SWAMI: 1969 begann ich, an der University of California in Berkeley Architektur zu studieren. Berkeley zog alle möglichen Leute an, unter ihnen vor allem spirituelle Sucher und politische Aktivisten. Ich begann mich für spirituelle Themen zu interessieren und las Bücher über Yoga und

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Mystik. Gelegentlich besuchte ich auch sogenannte spirituelle Gruppen, aber ich war fast immer schnell davon überzeugt, dass sie nicht echt waren. Da ich täglich durch die Haupttore des Campus ging, sah ich die HareKṛṣṇas, die dort gegen Mittag standen, den Hare Kṛṣṇa mantra sangen und Back to Godhead-Magazine sowie prasādam verteilten. Man konnte ihnen nicht aus dem Weg gehen. Ich dachte mir: „Ziemlich verrückt“, aber ich sprach nie mit ihnen. Manchmal blieb ich in sicherer Entfernung stehen und beobachtete sie. Ich dachte: „Man muss es ihnen lassen, sie sehen immer glücklich aus.“ Ich erkannte eine gewisse Glaubwürdigkeit in ihrem Glück; es war keine aufgesetzte Freude. Und sie waren Tag für Tag als Gottgeweihte dort, also konnte es nicht gespielt sein. Ein dunkelhäutiger mṛdaṅga Spieler wirkte besonders glückselig. All das machte einen starken Eindruck auf mich. Ein paar Monate später traf ich die Gottgeweihten beim harināma wieder. Ich blieb stehen, hörte zu, stand eine Weile da und setzte mich schließlich auf eine Bank. Dann jedoch hörten sie auf zu chanten und gingen weiter. Niemand sprach mit mir, und ich blieb einfach dort sitzen. Der kīrtana war wundervoll gewesen, und ich fühlte mich stark davon angezogen. Als ich eines Tages die Telegraph Avenue entlangging, traf ich einen jungen Mann aus dem nahegelegenen Tempel. Er trug eine Schüssel mit Obstsalat, der wie eine orangefarbene Soße aussah. Es war Sonntag, und das war wahrscheinlich vom Festmahl übrig geblieben. Mit einem breiten Lächeln ging er herum und verteilte löffelweise das prasādam. Ich nahm einen Klecks in die Hand und schlürfte ihn auf. Zwei Eindrücke trafen mich zur gleichen Zeit: der einzigartige Geschmack und die Glückseligkeit des Gottgeweihten, obwohl er völlig anspruchslos wirkte. Einmal nahm ich ein Back to Godhead-Magazin mit, aber als ich die Seiten überflog, hatte ich das Gefühl, es sei alles Fantasie. Ich nahm es nicht ernst und las nie ein Exemplar von Anfang bis Ende. Irgendwie dachte ich, es könnte interessant sein, mehr darüber zu erfahren, aber schließlich war ich mit meinem Studium beschäftigt und ging dem nicht weiter nach. Einige Monate später ging ich durch das, was man den Eucalyptus Grove nennt, ein Gebiet auf der Westseite des Campus, und dachte über die HareKṛṣṇa-Geweihten nach: „Wenn ich wirklich verstehen will, um was es hier geht, brauche ich einen Lehrer.“ Ich hatte das Wort guru noch nicht gehört, aber ich spürte das Bedürfnis nach nichts Geringerem als einer vollkommenen Person, die mich führen konnte. Ende 1971 beschloss ich dann, mein Studium vorübergehend zu unterbrechen, da die Einberufung für mich keine Rolle mehr spielte. Der Vietnamkrieg war im Gange, und das Studium war eine bequeme Möglichkeit gewesen, nicht nach Vietnam zu müssen. Doch dann führte Nixon das Losverfahren ein, und ich bekam eine ausreichend hohe Nummer, sodass ich mir keine Sorgen mehr machen musste, meinen Studentenstatus zu verlieren. Also meldete ich mich vom Studium ab und reiste nach Europa, um die Welt zu sehen – mit der Erwartung, dass sich etwas Entscheidendes ändern musste. Vielleicht würde ich nie wieder zurückkehren. Und wenn alles andere scheiterte, hatte ich eine Adresse in Deutschland von einem früheren Geschäftspartner meines Großvaters, wo ich eine Arbeit bekommen konnte. Also reiste ich zuerst nach England und begann dann per Anhalter durch Deutschland und Frankreich bis nach Spanien zu trampen. In Barcelona brachte mich ein Betrüger praktisch um alles, was ich hatte, so dass mir gerade noch genug Geld blieb, um einen Bus nach Deutschland zu nehmen. Dort angekommen, stellte ich mich bei der Firma vor, für die ich ein Empfehlungsschreiben hatte und bekam eine Stelle als Bürohilfskraft. Nach fünf Monaten (es war inzwischen Juni 1972) hatte ich genug gespart, um mich wieder auf eigene Faust auf den Weg zu machen – immer noch mit dem Gefühl, dass ich etwas anderes tun wollte. Eines Tages überlegte ich: „Was wäre wirklich anders?“ Dann kam mir der Gedanke: „Ich weiß! Ich sollte die Hare-Kṛṣṇas aufsuchen und sie mir genauer ansehen.“ Ich plante, drei oder vier Wochen bei ihnen zu bleiben und dann weiterzuziehen. Ich nahm an, dass sie sich wahrscheinlich an Orten aufhielten, an denen sich Hippies versammelten, entweder in Berlin oder in Heidelberg. Ich hatte ein Buch über das Yoga-System von Patañjali gelesen, und der Autor erwähnte mehrmals, dass dieser yoga heutzutage unmöglich auszuüben sei, dass man jedoch bhakti-yoga praktizieren könne. Als ich in Heidelberg ankam, ging ich in die Altstadt zum Herkulesbrunnen, und dort saßen Śivānanda und Pṛthu auf den Stufen, spielten karatālas und sangen Hare Kṛṣṇa. Ich stellte mich vor und erzählte ihnen, dass ich die Kṛṣṇa-Geweihten in Kalifornien getroffen hatte und mehr

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erfahren wollte. Sie nahmen mich mit zur Tischtennishalle, wo sie vorübergehend wohnten, und dort traf ich Bhadravardhana, dem ich schon in Berkeley begegnet war. Er hatte mir zum ersten Mal erklärt, was Kṛṣṇa Bewusstsein ist, aber er stellte die Philosophie nicht besonders gut dar, und ich fühlte mich durch ihn nicht dazu angeregt zu bleiben. Aber ich fühlte mich von Śivānandas Art angezogen. Er war ruhig, sanft und besonnen, überhaupt nicht schwärmerisch. Von schwärmerischer Spiritualität hatte ich in Berkeley genug gesehen. Also fragte ich ihn: „Was bewirkt das Chanten?“ Er sagte nur: „Oh, es ist sehr mächtig!“ Ich dachte: „Ja, genau das will ich.“ Dann fügte er hinzu: „Weißt du, das ist bhakti-yoga“, und das gab für mich den Ausschlag. Er bot mir auch ein wenig prasādam an – etwas kalten Reis und etwas halavā – kein beeindruckendes Mahl, aber es schmeckte ausgezeichnet. Ich fragte ihn nach dem Tagesablauf der Gottgeweihten, und als ich hörte, dass sie morgens um vier Uhr aufstehen, dachte ich sofort, dass diese Leute es ernst meinen. Also fragte ich: „Kann ich auch zu dieser Zeit kommen?“ „Sicher“, sagte er. Am nächsten Morgen schloss ich mich den Gottgeweihten zum JapaChanten an. Wenige Wochen später stand ich mit rasiertem Kopf in Stuttgart auf der Straße, trug einen rosafarbenen dhotī aus irgendeinem synthetischen Material und verkaufte Zurück zur Gottheit für 1 DM pro Exemplar. Nur einen Monat, nachdem ich mich den Gottgeweihten angeschlossen hatte, waren wir bereits auf dem Weg nach Paris, um Śrīla Prabhupāda zu treffen.

NIKHILĀNANDA DĀSA: Ich bin in Pinneberg aufgewachsen, einer kleinen Stadt bei Hamburg, und begleitete meine Mutter als Kind oft zum Einkaufen in die Großstadt. Eines Tages im Jahr 1969, als ich zwölf Jahre alt war, sahen wir bei der kleinen Brücke am Botanischen Garten eine riesige Menschenmenge, die sich um eine Gruppe exotisch gekleideter junger Leute drängte, die Trommeln spielten und Hare Kṛṣṇa sangen. Ich fühlte mich spontan angezogen und wollte näher herangehen, aber meine Mutter zog mich an der Hand und zwang mich weiterzugehen. Seit meiner frühen Kindheit hatte ich über religiöse Fragen nachgedacht, aber meine Mutter, eine bekennende Atheistin, konnte mir keine Antworten geben. Dann begann ich mich für Wissenschaft und Raumfahrt zu interessieren und verbrachte Stunden damit, mir den zukünftigen Fortschritt der Menschheit vorzustellen. Eines Abends kam mir der Gedanke, dass ich eines Tages nicht mehr hier sein würde, um all diese wissenschaftlichen Entwicklungen zu erleben. So wurde mir der Tod bewusst. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen, weil ich stundenlang darüber nachdachte, was im Moment des Todes geschehen würde. Würde ich weiterexistieren? Mich in Nichts auflösen? Zu einem Gedanken, zu Wind oder lebloser Materie werden? Eines Tages erzählte mir der Freund meiner älteren Schwester, dass die Menschen in Asien glauben, die Seele sei ewig und wandere wie ein Lichtstrahl von Körper zu Körper, bis sie befreit werde und in eine endlose spirituelle Ausstrahlung zurückkehre. Diese Vorstellung faszinierte mich, und ich hatte das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg war, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Ich begann nach Büchern über verschiedene Religionen und Meditationsformen zu suchen, doch damals gab es nur wenige Bücher über diese Themen. Schließlich fand ich eines über Zen-Buddhismus; also begann ich, Zen zu praktizieren. Als ich dreizehn war, übernahm ich das äußere Erscheinungsbild der Hippies – lange Haare, geblümte Jacken und indischen Schmuck – und versuchte, die Dualität zu überwinden und die Grenzen des rationalen Denkens zu durchbrechen. Im Oktober 1971 war ich mit einem Freund in Hamburg, und am Abend besuchten wir aus Neugier den Hare-Kṛṣṇa-Tempel. Wir hatten einen Artikel über die Gottgeweihten in einer Zeitschrift gelesen, und einige unserer Mitschüler waren schon im Tempel gewesen. Ein paar Wochen zuvor hatte ich auch Kṛṣṇa-Geweihte auf der Straße gesehen, die Leute um Spenden baten, aber ich hatte sie nicht ernst genommen. Ich hatte das Gefühl, es sei ein Zeichen von Fanatismus, in Bettlaken herumzulaufen. Als wir in der Bartelsstraße ankamen, dauerte es eine Weile, bis wir den Tempel gefunden hatten, denn wir erwarteten ein Gebäude im indischen Stil, und kein altes Lagerhaus. Als wir schließlich die richtige Adresse gefunden hatten und die Treppe hinaufstiegen, erfüllte mich der Duft von Räucherstäbchen mit Aufregung und Erwartung. Die Gottgeweihten wirkten auf mich mystisch und weltfremd. Man bot mir einen Teller mit

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prasādam an, doch in einer Art selbstzufriedener Arroganz dachte ich, ich sei so etwas wie eine Inkarnation, und so nahm ich nur eine Weintraube. Dann betraten wir den Tempelraum. Doch als der Priester begann, den Altargestalten Räucherstäbchen darzubringen, hatte ich das Gefühl, genug gesehen zu haben, und wir gingen wieder. Dennoch chanteten wir auf dem Heimweg den Hare Kṛṣṇa mantra, und in den folgenden Monaten chantete ich gelegentlich für mich allein, wenn es um mich herum ruhig war. Noch im selben Sommer war ich Vegetarier geworden und hatte auch versucht, haṭha-yoga und prāṇāyāma zu praktizieren, und da ich nun manchmal chantete, wurde ich in der Ausführung dieser Praktiken etwas strenger. Ich stand früh morgens auf und vermied es, mit Freunden herumzuhängen, die bis spät in die Nacht feierten und Marihuana rauchten. Viele Fragen blieben jedoch weiterhin offen. War alles nur ein Produkt unserer Sinneswahrnehmung und unserer Gedanken, oder gab es eine höhere Wirklichkeit? Ich hatte von Nirvana und Brahman gelesen, und für mich verkörperten diese Begriffe einen Ozean der Liebe, doch dann wieder erschien mir das alles zu abstrakt. Ich hatte kein Interesse, mich einer der Meditationsgruppen in Hamburg anzuschließen, weil sie mir mehr auf Geld als auf Erleuchtung aus zu sein schienen. Ich verspürte das Bedürfnis, einen yogī oder guru zu finden, der mich die Wahrheit lehren konnte. Ich spielte mit dem Gedanken, nach Indien zu reisen, und begann sogar, Geld zu sparen und Lebensmittel für die Reise zurückzulegen, doch da ich erst dreizehn war, zögerte ich, mich auf ein solches Abenteuer einzulassen. An einem sonnigen Frühlingstag im Jahr 1972 saß ich nachdenklich auf einer Parkbank. Ich hatte das Gefühl, in eine philosophische Sackgasse geraten zu sein. Ich hatte versucht, alles auf Passivität zu reduzieren, indem ich alle Gedanken leerte, fühlte mich aber nicht glücklich dabei. Sogar in meinen Träumen hatte ich mich auf das Nirvana konzentriert. Ich hatte die Fähigkeit entwickelt, mentale Bilder immer mehr ihrer Form und Farbe zu berauben. Im Park betrachtete ich einen Baum vor mir. Er stand einfach da und ertrug sowohl Hitze als auch Kälte in einem Zustand völliger Passivität. Dieser Baum schien dem Ideal nahe zu sein, jede Aktivität zu beenden, doch bedeutete dies, dass er ein fortgeschrittener Spiritualist war? Ich kam daher zu dem Schluss, dass dies nicht die Vollkommenheit sein konnte. Ich fühlte mich zunehmend einsam. Ich hatte mich von den meisten meiner Freunde zurückgezogen, da mich ihre oberflächliche Haltung frustrierte. Ich redete mir ein, dass ich keinen einzigen wirklichen Freund hatte. „Jemand ist nur dann mein Freund, wenn ich ihm etwas gebe. Habe ich jemals jemanden getroffen, der mich um meiner selbst willen liebte, der mir etwas gab, ohne eine Gegenleistung zu erwarten?“ Als ich mir all die Menschen vor Augen führte, die ich kannte, wurde mir klar, dass keiner von ihnen meinem Ideal eines echten Freundes entsprach. Dann erinnerte ich mich an meinen ersten Besuch im Hare-Kṛṣṇa-Tempel. Die Mönche hatten mir einen ganzen Teller mit Obst angeboten, ohne etwas dafür zu verlangen. Sie waren freundlich, und ihre Zuneigung schien an keine Bedingung geknüpft zu sein. Sie schienen es mit dem yoga ernst zu meinen, und vielleicht kannten sie sogar einen echten Meister, einen guru. Ich wollte sie wiedersehen und ihnen Fragen stellen, doch ich dachte, sie seien wahrscheinlich nach Indien zurückgekehrt, da ich sie während des Winters nicht gesehen hatte. Also gab ich die Idee auf. Kurz danach, als ich eine Straße in der Nähe der Universität Hamburg entlangging, bemerkte ich ein kleines Plakat an einem Laternenpfahl mit dem Bild eines würdevoll aussehenden Mannes in indischer Kleidung. Er hatte eine Ausstrahlung von Reinheit und wirkte in Meditation versunken. Mit gefalteten Händen sah er freundlich und barmherzig aus. Es war Prabhupāda, und unter dem Bild stand eine Botschaft, die jeden einlud, den Tempel zu besuchen, die heiligen Namen Gottes zu chanten und mit einem belebten Geist nach Hause zu gehen. Es schien also so, als ob der Tempel immer noch existierte. Ein paar Tage später war ich wieder in Hamburg, um Jasmintee und Räucherstäbchen zu kaufen, und in der Nähe der Sternschanze sah ich eine Gruppe von Gottgeweihten auf mich zukommen. Sie verteilten Zeitschriften an Passanten und baten um Spenden. Ich wechselte schnell auf die andere Straßenseite, um nicht von ihnen angesprochen zu werden, denn als Spiritualist hätte ich mich dazu verpflichtet gefühlt, eine Spende zu geben, aber ich hatte nur gerade genug Geld für meinen Einkauf. Und da überquerte

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Smita Kṛṣṇa, als wäre er von der Überseele inspiriert worden, genau wie ich die Straße. Als wir uns begegneten, streckte er mir die Hand entgegen und bot mir eine Zeitschrift und eine Einladung an. Ich gab eine kleine Spende und kehrte ohne Tee nach Hause zurück. Doch ich bereute es nicht, ein Zurück zur Gottheit gekauft zu haben. Auf der Titelseite war ein Bild von Kṛṣṇa, und die Mittelseite zeigte ein Foto von Prabhupāda, der wie die Verkörperung selbstloser Liebe wirkte. Das Bild enthielt den ersten Vers des Gurvāṣṭakam: „Der spirituelle Meister empfängt Segnungen aus dem Ozean der Barmherzigkeit. So wie eine Wolke Wasser über einen Waldbrand gießt, um ihn zu löschen, so erlöst der spirituelle Meister die leidende Welt, indem er das lodernde Feuer des materiellen Daseins löscht. Ich erweise den Lotosfüßen eines solchen spirituellen Meisters, der ein Ozean glückverheißender Eigenschaften ist, meine respektvollen Ehrerbietungen.“ Ich wusste sofort, dass ich einen echten guru gefunden hatte. Ich hängte beide Bilder an die Wand meines Zimmers und betrachtete sie immer wieder. Die Zeitschrift enthielt auch eine Anzeige für die neu übersetzte Śrī Īśopaniṣad, und da ich schon lange nach einer Übersetzung der vedischen Literatur gesucht hatte, beschloss ich, am nächsten Sonntag den Tempel zu besuchen und ein Exemplar zu kaufen. Beim Sonntagsfest war ich der einzige Gast, und drei Stunden lang beantwortete Chakravartī alle meine Fragen. Wie ein Schwamm sog ich seine Erklärungen über das Chanten, prasādam sowie über die Natur der Seele und der spirituellen Welt in mich auf. Dann war es Zeit für ārati, und ein Gottgeweihter markierte meine Stirn mit einem großen weißen tīlaka. Hansadutta leitete einen melodischen kīrtana auf dem Harmonium, und während der gesamten Ārati-Zeremonie schwebte ich auf einer mystischen Wolke der Glückseligkeit. Ich wusste, dass ich gefunden hatte, wonach ich gesucht hatte, und ich wollte ein Teil davon sein. Als meine Mutter das tīlaka sah und erfuhr, was es bedeutet, dass es nämlich den Körper als einen Tempel Gottes kennzeichnet, wurde sie wütend. Ich war erst vierzehn, und es gab keine Möglichkeit, mich den Gottgeweihten anzuschließen; also ging ich nach der Schule täglich zum Tempel, chantete einige Runden, begann die Īśopaniṣad zu studieren und übte die Aussprache der mantras. Trotzdem war ich viele Monate lang davon überzeugt, dass Gott letztlich das unpersönliche Brahman ist. Ich konnte die Beschreibungen Kṛṣṇas als Person nicht verstehen. Ich dachte, vielleicht hätten die Gottgeweihten in diesem einen Punkt eine falsche Vorstellung und Kṛṣṇa sei lediglich die Verkörperung von Liebe und allem Schönen. Dennoch war ich zuversichtlich, dass sich diese Zweifel mit der Zeit klären würden. Obwohl ich nicht im Tempel leben konnte, waren die Gottgeweihten sehr freundlich zu mir und behandelten mich wie einen von ihnen. Sie ermutigten mich, Kṛṣṇa-Bewusstsein einfach zu Hause zu praktizieren.

BHAKTI GAURAVANI GOSWAMI: Im Frühjahr 1972 eröffneten Jayagoura und Uthāl, zwei Gottgeweihte aus Hamburg, einen Tempel in Düsseldorf, meiner Heimatstadt. So konnte ich während meiner letzten Monate beim Bund Familienbesuche mit Besuchen im Tempel verbinden, und ich konnte auch meinen Freunden aus erster Hand zeigen, worum es beim Kṛṣṇa-Bewusstsein geht. Doch sie schienen nicht interessiert zu sein. Es missfiel ihnen, dass die Geweihten Gott als Person akzeptieren und sich Ihm und Seinem Vertreter, dem spirituellen Meister, hingeben. Sie wollten ihrem eigenen Weg der Erleuchtung folgen. Einer von ihnen fragte: „Woher weißt du, dass nicht irgendein Typ, der irgendwo auf einem Dachboden sitzt, ebenfalls ein guru ist?“ Natürlich war das möglich, aber warum nach jemand Unbekanntem auf einem Dachboden suchen, wenn Prabhupāda bereits hier war? So trennten sich unsere Wege, doch zumindest hatten meine Freunde prasādam probiert und damit den ersten Schritt auf dem Weg zurück nach Hause, zurück zu Gott, gemacht. An einem Wochenende in Düsseldorf schlug Uthāl vor, dass ich mir den Kopf rasieren sollte. Ich war nun schon mehr als ein halbes Jahr bei den Gottgeweihten – warum es also verbergen? Ich dachte darüber nach. In ein paar Monaten würde ich aus der Bundeswehr entlassen werden, und selbst wenn die Soldaten mich schikanierten, wäre es nicht von langer Dauer, und überhaupt – wen kümmerte es? Früher hatte ich meine Umgebung mit langen Haaren, Bart und seltsamer Kleidung schockiert, warum also jetzt nicht mit einem kahl rasierten Kopf und wallenden Gewändern?

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Meine Ankunft in Buxtehude sorgte für einiges Aufsehen. Ich wurde sofort ins Büro des Kommandeurs beordert. Nachdem ich kurz erklärt hatte, dass ich Mönch geworden war, entließ er mich, schüttelte den Kopf und sagte: „Deutschlands junge Männer sind nicht mehr das, was sie einmal waren.“ Das größte Problem, dem ich gegenüberstand, war die Frage, was ich essen sollte. Ich konnte nicht für mich selbst kochen, also sah ich keine andere Lösung, als die Fleischstücke aus den Mahlzeiten der Kantine herauszunehmen und den Rest zu essen. Als Uthāl davon erfuhr, erklärte er mir, dass solche Nahrung verunreinigt und ungeeignet sei. Er bot sich an, einen Eimer halavā zuzubereiten, den ich mitnehmen konnte. In jener Woche bestand meine Hauptmahlzeit jeden Tag aus einem großen Teller kaltem halavā und etwas Obst. Die Zeit verging schnell, und am 1. Juli zog ich schließlich endgültig in den Düsseldorfer Tempel ein. Die Lage war nicht schlecht, denn das Gebäude befand sich an einer der Hauptverkehrsadern der Stadt und war mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Es war jedoch im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört worden und diente nun als Unterkunft für Drogenabhängige und Asylsuchende aus der Dritten Welt. Der Tempel befand sich im obersten Stockwerk und bestand aus zwei kleinen Räumen. Einer diente als Büro, Prasādam-Raum und Schlafzimmer, während der andere als Tempelraum genutzt wurde. Uthāl hatte in einer Ecke des Dachgeschosses eine provisorische Küche eingerichtet. Im Treppenhaus befand sich ein Waschbecken, das wir mit den anderen Bewohnern teilen mussten. Es gab kein Badezimmer. Um zu duschen, mussten wir ganz nach unten in den Hof gehen und einen Schlauch benutzen. Doch KṛṣṇaBewusstsein steht über materiellen Umständen. Ich hatte nicht das Gefühl, etwas verloren zu haben, als ich mein komfortables, geräumiges Zimmer zu Hause gegen diese harsche Umgebung eintauschte. Wir gingen regelmäßig zum saṅkīrtana auf Düsseldorfs vornehmste Straße, die Königsallee. Manchmal waren Jayagoura und ich allein, sodass einer von uns den Bürgersteig entlangging und chantete, während der andere Zeitschriften verteilte und Spenden sammelte. Trotz des geringen Interesses der Passanten waren wir zuversichtlich, dass aller Erfolg garantiert war, wenn wir einfach die Mission unseres spirituellen Meisters und Śrī Caitanya

Mahāprabhus nach besten Kräften ausführten. In jenen Tagen fühlte ich mich besonders glückselig, weil wir in ein paar Wochen nach Paris fahren würden, um Prabhupāda zu sehen. Es würde das erste Mal sein, dass wir unseren spirituellen Meister persönlich treffen würden.