Dieses Buch erzählt die Anfänge von ISKCON in Europa, wobei der Schwerpunkt auf Deutschland in den 1970er-Jahren liegt. Gestützt auf direkte Zeugnisse, Briefe, persönliche Erinnerungen und historische Ereignisse bietet es ein zeitnahes Porträt einer jungen spirituellen Bewegung, die rasch wuchs und sich zugleich bedeutenden äußeren und inneren Herausforderungen stellen musste. Hier begegnet der Leser den Stimmen von Geweihten Kṛṣṇas, die aktiv am Aufbau der Saṅkīrtana-Bewegung in Deutschland, England, Frankreich, Holland und Schweden beteiligt waren. Ihre Erinnerungen gewähren Einblicke in die Übersetzung und Verteilung der Bücher Śrīla Prabhupādas, in das Tempelleben und in ihre direkte Beziehung zu ihrem spirituellen Meister. Dies ist weder eine idealisierte Erzählung noch eine institutionelle Chronik, sondern ein lebendiges Erinnerungsbild, in dem spirituelle Begeisterung, menschliche Unzulänglichkeiten, organisatorische Spannungen und die beständige Führung des spirituellen Meisters zusammenlaufen. Eines der zentralen Themen des Buches ist die Rolle von Prabhupādas Büchern – ihre Übersetzung, Herstellung und massive Verteilung – als grundlegendes Instrument bei der Verbreitung der Bewegung für KṛṣṇaBewusstsein. Auf diesen Seiten wird deutlich, dass die Buchverteilung nicht lediglich eine äußere Strategie war, sondern eine spirituelle Praxis, die sowohl diejenigen verwandeln konnte, die die Bücher erhielten, als auch jene, die sie verteilten. Der historische Zusammenhang – geprägt vom Kalten Krieg, von weitverbreitetem Misstrauen gegenüber neuen religiösen Bewegungen und in einigen Fällen von offener institutioneller Feindseligkeit – bildet den Hintergrund, vor dem sich die hier beschriebenen Ereignisse entfalteten. Prabhupādas Präsenz zieht sich wie ein leitender Faden durch das gesamte Buch. Seine Anweisungen, Briefe, Berichtigungen und Worte der Ermutigung zeigen, wie er seine Schüler selbst in verfahrenen und mitunter chaotischen Situationen führte und dabei immer wieder wesentliche Prinzipien xiv hervorhob: Aufrichtigkeit, spirituelle Ernsthaftigkeit und den Vorrang des hingebungsvollen Dienstes vor persönlichem Ehrgeiz oder äußerem Erfolg. Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, im Rückblick Urteile zu fällen oder vereinfachende Schlussfolgerungen zu ziehen. Sein Wert liegt darin, Ereignisse und Erfahrungen so darzustellen, wie sie erlebt wurden, und dem Leser zu ermöglichen, die Komplexität einer prägenden Phase der ISKCON in Deutschland zu erfassen und daraus Lehren zu ziehen, die auch heute noch relevant sein dürften. Letztlich ist die folgende Geschichte eine Geschichte des Lernens: wie eine Gruppe junger Menschen mit all ihren Unzulänglichkeiten versuchte, unter außergewöhnlichen Umständen ihrem spirituellen Meister zu dienen und eine Mission auszuführen, die sie als transzendental und weltverändernd verstanden.