Abhiṣeka — Die Badezeremonie einer mūrti. Ācamana — Das Nippen von Wasser beim Chanten von mantras, um sich vor Beginn einer Zeremonie zu reinigen. Ācārya — Ein spiritueller Lehrer oder guru, insbesondere einer, der durch sein eigenes Beispiel lehrt und eine herausragende Stellung in einer religiösen Tradition einnimmt. In der Gauḍīya-Vaiṣṇava-Tradition spielen ācāryas eine entscheidende Rolle bei der Führung der spirituellen Entwicklung ihrer Schüler. Advaitavāda — Die unpersönliche Lehre, dass die Absolute Wahrheit nichtdual ist, dass also alles eins sei. Asat-saṅga — Der Umgang mit materialistischen oder weltlich gesinnten Menschen. Solche Gemeinschaft gilt als hinderlich für den spirituellen Fortschritt, da sie den Geist von der Hingabe ablenkt und zur Verstrickung in Sinnesbefriedigung führt. Arāti — Zeremonie, bei der einer verehrungswürdigen Gottheit oder Persönlichkeit verschiedene Gegenstände wie Räucherwerk, eine Blume und Wasser dargebracht werden. Bhagavad-gītā — Die Bhagavad-gītā (Der Gesang Bhagavāns) präsentiert einen Dialog zwischen Kṛṣṇa und Arjuna und bietet tiefe Einblicke in die Natur der Seele, die Identität und Eigenschaften des Höchsten Herrn, die materielle Natur, das Gesetz des karma und die Zeit. Bhagavān — Die Höchste Persönlichkeit Gottes, die in sechs Reichtümern vollkommen ist: Reichtum, Stärke, Ruhm, Schönheit, Wissen und Entsagung. Bhakti — Liebevolle Hingabe. Im Kontext des Vaiṣṇavatums bezieht es sich auf den reinen hingebungsvollen Dienst für den Höchsten Herrn, welcher die wesensgemäße Funktion der spirituellen Seele ist. Bhakti-yoga —Die Kultivierung von bhakti. Bhaktivinoda Ṭhākura — Ein Gauḍīya-Vaiṣṇava-Heiliger und Reformer des 19. Jahrhunderts, der ausführlich über das Kṛṣṇa-Bewusstsein schrieb. Er ist bekannt für seine Bücher und Lieder über bhakti sowie für seine Bemühungen, die reinen Lehren von Śrī Caitanya Mahāprabhu wiederzubeleben. Bhoga — Speisen, bevor sie dem Herrn dargebracht werden und zu prasādam werden. Brahmā — Der Halbgott, der für die Schöpfung des materiellen Universums verantwortlich ist. Brahmacārī — Ein Schüler, der ein zölibatäres Leben führt. Brahmānanda — Die Glückseligkeit, die durch die Erkenntnis des Brahman erfahren wird, dem unpersönlichen Aspekt der Absoluten Wahrheit. Caitanya Mahāprabhu — Eine Inkarnation Kṛṣṇas, die im 15. Jahrhundert erschien, um die saṅkīrtana-Bewegung einzuleiten, das gemeinschaftliche Chanten der heiligen Namen Gottes als Hauptmethode zur Erlangung spiritueller Erleuchtung und Gottesliebe im Zeitalter Kalis. Caitanya-caritāmṛta — Ein Schlüsseltext der bhakti-Tradition, geschrieben von Kṛṣṇadāsa Kavirāja Gosvāmī, der das Leben und die Lehren Śrī Caitanya Mahāprabhus dokumentiert. Caṇḍāla — Eine Person von niederer Geburt, die gewohnt ist, Hunde zu essen. Capātī — Ein ungesäuertes Fladenbrot. Chadar — Ein großes, oft wollenes Tuch, das als Schal um die Schultern getragen wird. Chanakya Pandit — Ein brāhmaṇa, der im 4. Jahrhundert n. Chr. lebte und als Premierminister Chandraguptas tätig war. Er ist berühmt für seine moralischen und politischen Unterweisungen, bekannt als Nīti-śāstra. Chaunce (Chonk) — Ein indisches Würzmittel, das aus einer Mischung von Gewürzen (meist Kreuzkümmel) besteht, die kurz in einem Löffel ghee erhitzt werden, um ihre ätherischen Öle freizusetzen, und dann meistens mit DhalSuppen vermischt werden. Dainya — Demut, das erste Prinzip der Hingabe; es bezieht sich auf das Gefühl der Niedrigkeit und das Selbstbewusstsein über hinsichtlich des eigenen gefallenen Zustandes. Vaiṣṇava-Lieder betonen oft die Notwendigkeit von Demut auf dem Pfad des spirituellen Fortschritts.

Daṇḍavat — Eine Form der Ehrerbietung, bei der Gottgeweihte wie ein Stock zu Boden fallen, mit der linken Körperseite zum Objekt der Verehrung. Dhal — Eine gewürzte Linsensuppe. Dhoti — Ein knöchellanges Tuch für Männer, das um die Taille und die Beine gewickelt wird, um eine Art Hose zu formen. Devahūti — Die Mutter von Kapiladeva, einer Inkarnation von Herrn Viṣṇu, der ihr die Natur der materiellen Existenz und den Prozess des hingebungsvollen Dienstes erklärte. Gaura/Gorā/Gaurāṅga/Gauracandra/Gaurasundara — Namen für Śrī Caitanya Mahāprabhu. Gopīs — Die Hirtenmädchen von Vṛndāvana, die Kṛṣṇa tief ergeben sind und berühmt sind für ihren liebevollen Austausch mit Ihm, insbesondere für ihre spirituelle Beziehung zu Kṛṣṇa in Seinem rāsa-līlā (göttlicher Tanz). Govinda dāsa Kavirāja — Ein Dichter und Heiliger des 17. Jahrhunderts, der für seine hingebungsvollen Lieder bekannt ist. Guru-dakṣiṇā — Ein Geschenk an den guru, insbesondere zum Zeitpunkt der Einweihung, als Zeichen der Dankbarkeit. Guru-paramparā — Eine Kette von Lehrern und Schülern, auch Schülernachfolge genannt, die bis zu Kṛṣṇa Selbst zurückreicht. Halavā — Eine Süßspeise aus geröstetem Grieß, Butter, Zuckerwasser und Rosinen. Harināma — Das gemeinschaftliche Chanten des heiligen Namens an öffentlichen Orten. Hari-nāma mahā-mantra — Der „Große Mantra“ der heiligen Namen Kṛṣṇas, bestehend aus dem wiederholten Chanten von: „Hare Kṛṣṇa, Hare Kṛṣṇa, Kṛṣṇa Kṛṣṇa, Hare Hare; Hare Rāma, Hare Rāma, Rāma Rāma, Hare Hare.“ Dieser mantra ist die Essenz der von Śrī Caitanya Mahāprabhu ins Leben gerufenen saṅkīrtana-Bewegung. ISKCON — Die Internationale Gesellschaft für Krischna-Bewusstsein, die 1966 von Seiner Göttlichen Gnade A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada gegründet wurde. Jñāna — wörtl. Wissen, insbesondere in Bezug auf philosophisches oder spirituelles Verständnis. Im Vergleich zu bhakti bezieht es sich im Allgemeinen auf das Streben nach empirischem Wissen ohne Hingabe.

Jagai und Madhai — Zwei verbrecherische Brüder aus Navadvīpa, die durch die Barmherzigkeit von Nityānanda Prabhu und Śrī Caitanya Mahāprabhu zu reinen Gottgeweihten wurden. Japa — Das leise Chanten des mahā-mantras auf einer Gebetskette. Japa-mālā — Eine Gebetskette aus Holzperlen, oft aus heiligem Tulāsī-Holz gefertigt. Jīva — Die individuelle Seele, ein ewiger winziger Teil Kṛṣṇas Kali-yuga — Das Zeitalter Kalis, unser gegenwärtiger Zeitraum in der Geschichte, charakterisiert durch Streit und Uneinigkeit. Kapiladeva — Eine Inkarnation Viṣṇus, die im Śrīmad-Bhāgavatam erscheint. Seine Lehren an Seine Mutter Devahūti konzentrieren sich auf den hingebungsvollen Dienst, die materielle Natur und die Art der Verstrickung der Seele in der materiellen Welt. Karma — Handlungen oder Taten, insbesondere solche, die mit der Erwartung ausgeführt werden, deren Ergebnisse zu genießen. In diesem Zusammenhang bezieht es sich auf fruchtbringende Tätigkeiten, welche die Seele an die materielle Welt binden. Kāma-krodha-lobha-moha-mada-mātsarya — Die sechs Feinde der bedingten Seele: Lust, Zorn, Gier, Illusion, Stolz und Neid. Khichari — Eine Speise aus Reis, dhal und Gemüse, die allesamt vermischt und langsam gekocht werden, bis sie eine breiartige Konsistenz erreichen. Kṛṣṇa — Die Höchste Persönlichkeit Gottes, der Ursprung aller Dinge, die Ursache aller Ursachen. Er ist die zentrale Figur in der bhakti Tradition und wird als Quelle aller Freude sowie als das höchste Objekt der Liebe und Hingabe verehrt. Kṛṣṇa-prema — Reine Liebe zu Kṛṣṇa, das höchste Ziel des GauḍīyaVaiṣṇavatums. Kuntī — Die Mutter der Pāṇḍavas, bekannt für ihre berühmten Gebete im Śrīmad-Bhāgavatam, in denen sie ihren Wunsch ausdrückt, Widrigkeiten zu erfahren, damit sie sich ständig an Kṛṣṇa erinnern kann. Kurtā — Ein lockeres, kragenloses Hemd, das über die Gürtellinie und oft bis zu den Knien reicht. Laḍḍu — Eine Süßspeise aus geröstetem Kichererbsenmehl, Butter und Zucker.

Līlā — Spiele und Taten des Höchsten Herrn und Seiner verschiedenen Inkarnationen. Locana dāsa Ṭhākura — Ein Gauḍīya-Vaiṣṇava-Heiliger und Dichter des 16. Jahrhunderts. Er ist der Autor des Caitanya-maṅgala, welches das Leben und die Lehren von Śrī Caitanya Mahāprabhu schildert. Seine Lieder drücken tiefe Hingabe und Ergebenheit gegenüber Kṛṣṇa aus. Lotosfüße — Ein gebräuchlicher Begriff in der Bhakti-Literatur, der sich auf die göttlichen Füße des Höchsten Herrn oder Seines reinen Geweihten bezieht. Mādhava — Ein Name Kṛṣṇas, der oft in hingebungsvollen Liedern und Schriften verwendet wird und Seine Eigenschaft göttlicher Süße und Liebe hervorhebt. Mahājanas — wörtl. große Persönlichkeiten. Spirituelle Autoritäten, deren Lehren unter den Vaiṣṇavas als maßgeblich gelten. Mahā-mantra — Der Hare-Kṛṣṇa-mantra: „Hare Kṛṣṇa, Hare Kṛṣṇa, Kṛṣṇa Kṛṣṇa, Hare Hare; Hare Rāma, Hare Rāma, Rāma Rāma, Hare Hare.“ Dies ist der zentrale Gesang in der Gauḍīya-Vaiṣṇava-Tradition. Er reinigt das Herz und bringt den Chantenden Kṛṣṇa näher. Mahā-prasādam — Die Überreste von Speisen, die direkt Gott oder dem spirituellen Meister dargebracht wurden. Mahā-Viṣṇu — Eine Erweiterung Kṛṣṇas, welche die Universen hervorbringt. Mātājī — wörtlich „Mutter“, eine respektvolle Anrede für jede Frau durch einen Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Māyā — Die täuschende Energie, die die spirituelle Natur des Lebewesens bedeckt und es an die materielle Welt bindet. Sie erzeugt eine falsche Wahrnehmung der Realität und lenkt die Seele von ihrer ewigen Beziehung zu Kṛṣṇa ab. Mukunda — Ein Name Kṛṣṇas, der „der Verleiher von Befreiung“ (mukti) bedeutet. Muni — Ein Weiser. Mūrti — Eine Altargestalt des Herrn oder Seines Geweihten, im Allgemeinen aus Marmor, Metall oder Holz gefertigt, heutzutage auch aus Fiberglas. Nanda (Māhārāja) — Kṛṣṇas Pflegevater.

Nanda-nandana — Kṛṣṇa, der Sohn Nandas. Narottama dāsa Ṭhākura — Ein Gauḍīya-Vaiṣṇava-Heiliger und Dichter des 16. Jahrhunderts, berühmt für seine introspektiven hingebungsvollen Lieder, die die Vergänglichkeit materieller Genüsse beschreiben und die Hingabe an Kṛṣṇa betonen. Nṛsiṁha(deva) — Die Halb-Mensch-halb-Löwe-Inkarnation Viṣṇus, die erschien, um Seinen Geweihten Prahlāda Mahārāja zu beschützen und den Dämon Hiraṇyakaśipu zu besiegen. Prahlāda ist berühmt dafür, zu Nṛsiṁhadeva für die Erlösung aller bedingten Seelen zu beten, die in der materiellen Existenz leiden. Nityānanda — Eine Inkarnation Balarāmas und ein enger Gefährte Śrī Caitanya Mahāprabhus. Nityānanda ist bekannt für Seine grenzenlose Barmherzigkeit bei der Erlösung selbst der am tiefsten gefallenen Seelen. Nitya-siddha — Eine ewig befreite Seele. Paramahaṁsa — Ein Geweihter auf der höchsten Stufe der Selbsterkenntnis. Paramātmā — Die Überseele, die in den Herzen aller Lebewesen weilt und deren Bewegungen und Aktivitäten überwacht und lenkt. Paramparā — Das System der Nachfolge von spirituellen Meistern und Schülern. Prabhupāda — Ein liebevoller Ehrentitel, der verwendet wird, um A. C. Bhaktivedanta Swami, den Gründer-Ācārya der ISKCON, anzusprechen. Prahlāda Mahārāja — Ein großer Geweihter Nṛsiṁhadevas, den der Herr vor seinem dämonischen Vater Hiraṇyakaśipu beschützte. Prasādam — Geheiligte Speisen, die durch das Darbringen an den Herrn spiritualisiert wurden. Pūjārī —Tempelpriester. Rādhā/Rādhārāṇī — Die innere Freudenenergie des Herrn. Rādhā-Kṛṣṇa — Das göttliche Paar im Gauḍīya-Vaiṣṇavatum. Rādhā repräsentiert die höchste Form der hingebungsvollen Liebe, während Kṛṣṇa der Höchste Herr ist. Rāmānanda Rāya — Ein vertrauter Gefährte Śrī Caitanya Mahāprabhus. Ratha-yātrā — Ein jährliches Fest, bei dem die Altargestalten von Jagannātha, Baladeva und Subhadrā auf hohen Wagen fahren, die von den Geweihten an Seilen gezogen werden.

Rūpa Gosvāmī — Ein Hauptschüler Śrī Caitanya Mahāprabhus und eine führende Persönlichkeit in der Gauḍīya-Vaiṣṇava-Tradition. Seine Werke, insbesondere der Bhakti-rasāmṛta-sindhu (Der Nektar der Hingabe), sind Grundlagentexte für die Praktizierenden des bhakti-yoga. Sādhana-bhakti — Hingebungsvoller Dienst nach Regeln und Vorschriften. Sādhaka — Ein Praktizierender einer spirituellen Disziplin, insbesondere des bhakti-yoga. Sādhu-saṅga — Umgang mit Gottgeweihten oder heiligen Menschen. Er gilt als wesentlicher Faktor für den Fortschritt im spirituellen Leben. Durch sādhu-saṅga wird man inspiriert und in der Praxis des bhakti-yoga angeleitet. Saṅkīrtana — wörtl. „das gemeinschaftliche Chanten der heiligen Namen“. Dieser Begriff wird auch verwendet, um das Chanten der Geweihten an öffentlichen Orten und die Verteilung von Literatur über das KṛṣṇaBewusstsein zu beschreiben. Śāstra — Die vedischen Schriften, wie die vier Veden, die Upaṇiṣaden, die Purāṇas, die Bhagavad-gītā und das Śrīmad-Bhāgavatam. Svāhā — Ein Ausruf, während man Getreidekörner in ein Opferfeuer wirft. Śikhā — Ein Haarbüschel am Hinterkopf eines Vaiṣṇavas. Śrīla Prabhupāda — Siehe: Prabhupāda Śrīmad-Bhāgavatam — Eine zentrale Schrift in der Gauḍīya-VaiṣṇavaTradition, bestehend aus 18.000 Versen, die die Spiele und Lehren Kṛṣṇas und Seiner Geweihten beschreiben. Es wird als die Essenz der vedischen Weisheit betrachtet. Tanpura — Ein langhalsiges, gezupftes viersaitiges Instrument, das einen Borduneffekt erzeugt und zur Begleitung einer musikalischen Darbietung dient. Tulāsī — Eine heilige Pflanze, deren Blätter für die Verehrung der Altargestalten Viṣṇus unerlässlich sind. Vyāsāsana — „Der Sitz Vyāsas“, ein Ehrenplatz für den spirituellen Meister oder seinen Repräsentanten. Yātrā — Ein Zusammenschluss verschiedener Tempel in einem Land. Zum Beispiel: das britische Yātrā.